Klinik und Poliklinik
für Plastische Chirurgie
und Handchirurgie
Klinik und Poliklinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. H.-G. Machens
Tel. (089) 414 021 71
sek.plastchir@mri.tum.de

 

 

Lipödem Patientinnen gesucht für Studie zur Ernährung, Hormonspiegel und Lebensqualität bei Lipödem

Fast 10% der Frauen in Deutschland haben ein Lipödem, trotzdem erhalten rund 70% dieser Patientinnen keine adäquate Diagnostik und wissen teilweise noch nicht einmal, dass sie krank sind. Der Grund dafür ist die weit verbreitete Unkenntnis von Ärzten und Therapeuten, die ein Lipödem nicht richtig diagnostizieren und mit Venenleiden oder Adipositas verwechseln.

Lipödem

Die Ursache des Lipödems ist bisher unbekannt. Eine genetische Komponente wird angenommen aufgrund von positiven Familienanamnesen mit vielen betroffenen Familienmitgliedern. Eine hormonelle Komponente wird ebenfalls vermutet aufgrund der fast ausschließlich weiblichen Patientinnen und einem Ausbruch der Krankheit bzw. Fortschreiten in den Phasen des hormonellen Umschwungs (Pubertät, Schwangerschaft, Pille, Menopause). Charakteristisch ist, dass sich die erkrankten Fettzellen nicht durch Sport oder Ernährungsmaßnahmen beeinflussen lassen. Eine fehlende Transportfähigkeit der Lymphgefäße führt sekundär zu einem Stau an lipid-und proteinreichen Substanzen rund um die Fettzellen. Da der Abtransport nicht gewährleistet ist kommt es zu einer vermehrten Ansammlung ebenfalls in den Fettzellen.

 

Wir wissen, dass die Liposuktion (Fettabsaugung der erkrankten Fettzellen) momentan die einzige Therapiemöglichkeit ist das erkrankte Gewebe zu beseitigen. Was aber wenn es nach der Operation doch an anderen Stellen zurück kommt? Oder sogar an denselben Stellen viele Jahre später? Wie beeinflusst unsere Ernährung das Lipödem Fett? Kann man wirklich nicht an diesen Stellen abnehmen? Wie beeinflusst der Stress und die Psyche das Lipödem? Gibt es einen nachweisbaren hormonellen Zusammenhang?

Studienziele

Wie wir in vorherigen experimentellen Studien zeigen konnten verhalten sich Lipödem Fettzellen in vitro anders als normale Fettzellen. Daher ist es unser großes Ziel die Pathogenese des Lipödem zu erforschen und genetische Ursachen zu entschlüsseln. Ziel dieser Studie ist es die Zusammenhänge spezieller Ernährungsformen mit dem Lipödem zu untersuchen und ein Diätmanagement Konzept alternativ zur Operation und postoperativen Erhaltungstherapie zu erstellen. Des Weiteren befasst sich diese Studie mit dem Zusammenhang zwischen Hormonen (Stresshormone, Sexualhormone) im Blut und dem Ausprägungsgrad des Lipödem.

 

Wir suchen Lipödem Patientinnen im Alter zwischen 18-70 Jahre die ein bereits diagnostiziertes Lipödem (Stadien I-III) haben und entweder bereits (vor)operiert sind oder nicht. Ausschlusskriterien und Nebenerkrankungen werden individuell besprochen und können ein Ausschlussgrund sein. Voraussetzung zur Teilnahme an der Studie ist eine hohe Motivation sich an einen Ernährungsplan und halten für 3 Monate und zwei Mal am Klinikum recht der Isar untersucht und vermessen zu werden. Dazu zählen jeweils eine Blutabnahme und die Beantwortung eines Fragebogens, sowie die Vermessung im 3D Scanner. Die Teilnahme an der Studie und die ausgehändigten Unterlagen sind gratis, eine Aufwandsentschädigung kann leider nicht gezahlt werden. Wir bitten Sie hiermit an unserer Studie teilzunehmen, falls wir Ihr Interesse geweckt haben. Es handelt sich um eine randomisierte kontrollierte klinische Studie.

Ablauf der Studie

Die Studienteilnehmer werden bei einem Erstgespräch informiert und über den genauen Ablauf und über Einwilligung und Widerruf aufgeklärt. Zu Beginn erfolgt die standardisierte 3D Vermessung sowie Erfassung aller relevanten Parameter. Nach Aushändigung der Studienunterlagen und Materialen werden die Teilnehmer regelmäßig telefonisch befragt nach ihrem Fortschritt und befinden. Nach 3 Monaten erfolgen die Abschlussmessungen (3D scan, Gewicht, Blutabnahme etc) und die Auswertung der Daten in Zusammenarbeit mit dem Statistiker.

Teilnahme an der Studie

Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie ist ein bereits diagnostiziertes Lipödem (bitte Arztbrief mitbringen) und das Bestehen der vollständigen Rechts-und Geschäftsfähigkeit (über 18 Jahre). Nebenerkrankungen werden im Anamnese-Vorgespräch individuell besprochen und dabei die Teilnahme zur Studie besprochen. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig und kann zu jedem Zeitpunkt beendet werden.

Studienleitung

Dr. med. Anna-Theresa Bauer
Assistenzärztin
Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie
Klinikum rechts der Isar TU München

 

Prof. Dr. med. L. Kovacs
Oberarzt
Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie
Klinikum rechts der Isar TU München

 

Prof. Dr. med. H.-G. Machens
Klinikdirektor und Chefarzt
Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie
Klinikum rechts der Isar TU München

Studienkoordinatorinnen

Cand. med. Michaela Ehrl
Doktorandin
Klinik für Plastische Chirurgie Handchirurgie
Klinikum rechts der Isar TU München

 

Cand. med. Rebecca Groß, Msc.Psych.
Doktorandin
Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie
Klinikum rechts der Isar TU München

 

Cand. med. Chiara Baumann

Doktorandin 
Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie 
Klinikum rechts der Isar TU München


Ansprechpartner

Studienkoordination
Cand. med. Michaela Ehrl (Abb. links)
Michaela.Ehrl@tum.de

 

Studienleitung
Dr. med. Anna-Theresa Bauer
Anna-Theresa.Bauer@mri.tum.de